Unterstützung für trauernde Eltern

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Trierer Selbsthilfegruppen bilden Netzwerk – Neue Begleiterin – Gedenken am Sonntag

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Wenn das Leben mit dem Tod beginnt: Auf der Krokuswiese auf dem Hauptfriedhof können neben Kleinkindern auch Totgeburten bestattet werden. TV-Foto: Mechthild Schneiders

(Trier) Es soll die Zeit des größten Glücks sein. Doch dann stirbt das Kind, das Baby, der Embryo. In Trier hat sich für die Angehörigen von Fehl- und Totgeborenen sowie gestorbenen Kindern das Netzwerk „Trauerbegleitung“ gebildet, das zwei Selbsthilfegruppen vereint. Ein gemeinsames Gedenken ist am 9. September.
Trier. Still ist es, kein Kinderlachen mehr zu hören, das kleine Bett leer. „Stille“ nennt sich die Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Kinder im Säuglings- bis Grundschulalter gestorben sind. Noch früher haben die Eltern ihren Nachwuchs verloren, die sich in der Selbsthilfegruppe „Gute Hoffnung – jähes Ende“ treffen, während der Schwangerschaft oder der Geburt.

„Der Tod eines Kindes stellt die Natur auf den Kopf“, weiß Sozialarbeiterin und Trauerbegleiterin Maria Knebel. Normal sei, dass die Kinder das Leben fortführen. Knebel leitet die Gesprächsabende der beiden Selbsthilfegruppen. „Es kann helfen, den Schmerz besser auszuhalten, wenn man mit anderen ins Gespräch kommt“, sagt die 61-Jährige.
Die Trauer werde oft nicht als Verlust gewürdigt, sagt Margit Müller (43) von „Gute Hoffnung – Jähes Ende“. Nach einem halben Jahr heiße es oft: „Jetzt ist auch mal gut!“. Deshalb sei es wichtig, „zu wissen, dass es noch andere gibt, denen es genauso ergeht“.

Hinzu kämen auch Versagensängste: „Ich habe es nicht geschafft, mein Kind ins Leben zu bringen.“ Das sei der erste Gedanken, den viele Eltern hätten, bestätigt Bestatterin Ulrike Grandjean (41), die den Eltern mit der Aktion „Sternenkinder“ helfen möchte, ihr totgeborenes Kind mit Würde zu beerdigen. Für Totgeburten, die unter 500 Gramm wiegen – sie unterliegen nicht der Bestattungspflicht -, stehen in Trier die Krokuswiese auf dem Hauptfriedhof und das Kindergemeinschaftsgrab in St. Matthias zur Verfügung.

Die Aktion ist neben den Selbsthilfegruppen ebenfalls Teil des Netzwerks „Trauerbegleitung“, das mit www.trauer-in-trier.de eine gemeinsame Internetseite eingerichtet hat. Erste gemeinschaftliche Aktivität ist das besinnliche Gedenken am Sonntag, 9. September, um 11 Uhr am Kindergrabfeld auf dem Hauptfriedhof. Ab 14 Uhr ist ein Kreativnachmittag in der Familienbildungsstätte, und in Ehrang werden Gedenksteine für die Krokuswiese behauen. Anmeldung erforderlich.

Kontakt: Aktion Sternenkinder: Ulrike Grandjean, Telefon 0651/9930850; „Gute Hoffnung – Jähes Ende“: Ulrike Doevenspeck-Henzler, Telefon 06502/ 936824; „Stille“: Karin Terhorst, Telefon 0651/3089661.
Weitere Termine: 28. November, 11 Uhr, Gedenkgottesdienst und Gemeinschaftsbestattung, St. Matthias; 8. Dezember, 14.30 Uhr, Gedenkgottesdienst mit Begegnung, Pfarrkirche St. Laurentius Longuich.

07.09.2012
erschienen im Trierischen Volksfreund, Mechthild Schneiders